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Status: SPIP 3.2

Samstag 8. August 2020, von Admin

Dieser Artikel beschreibt SPIP in Version 3.2

Dieser Text ist die erweiterte Übersetzung von https://fr.wikipedia.org/wiki/SPIP_(Syst%C3%A8me_de_publication_pour_l%27Internet)

Überblick

SPIP (Système de publication pour l’Internet) ist eine Open-Source-Software für die Erstellung von Websites. In der Vielzahl und Vielfalt der angebotenen Content-Management-Systeme zeichnet sie sich durch die Sorgfalt aus, die sie mit den Publikationsstandards walten lässt (Einhaltung der typografischen Regeln, Organisation der Rollen der Teilnehmer) und durch die Aufmerksamkeit, die sie der Mehrsprachigkeit und den Mechanismen widmet, die das gemeinschaftliche Publizieren begünstigen.

SPIP zeichnet sich aus durch seine einfache Installation, Nutzung und Wartung aus und wird von vielen Initiativen, öffentlichen und privaten Institutionen eingesetzt.

SPIP ist ein Akronym, das "système de publication pour l’internet" bedeutet; das letzte "P" ist der freien Interpretation durch jedermann überlassen und wird oft mit "geteilt" oder "partizipatorisch" übersetzt, da diese Software meistens für die kollektive Bearbeitung einer Website verwendet wird. Sein Maskottchen ist ein fliegendes Eichhörnchen. Ein SPIP-Benutzer wird als "Spipeur" bezeichnet.

Vorstellung

SPIP ist eine Open-Source-Content-Management-Software, die von etwa 12.000 Websites (im Jahr 2019) verwendet wird. Sie wird sowohl von institutionellen Sites (thematische Sites, bestimmter dezentralisierter Dienste, Ministerien oder französischer Botschaften), Pressesites (der Webmaster der Zeitung Le Monde Diplomatique ist einer der Initiatoren von SPIP), assoziativen Sites, Universitäten und Privatpersonen genutzt.

Seine "Skelett"-Sprache ermöglicht es, Websites mit ausgefeilten Funktionalitäten zu erstellen, wozu nur vergleichweise einfache Computer- oder Programmierkenntnisse erforderlich sind.

Benutzer können sich auf der öffentlichen Website anmelden. Sie haben dann unterschiedliche Bearbeitungsrechte, je nachdem, ob sie "Administratoren", "Redakteure" oder "Besucher" sind. "Administratoren" und "Redakteure" haben Zugriff auf den redaktionellen Bereich der Website. "Besucher" können sich bei Bedarf auf der öffentlichen Website einloggen.

Technologie

SPIP ist eine in PHP geschriebene Software, die auf der Datenbank MySQL, aber auch auf SQLite und PostgreSQL (in einer experimentellen Version) basiert. Es kann als "Multi-Base-Web-Requester" verwendet werden (auch mit entfernten Datenbanken).

SPIP ist ein dynamisches CMS: die Seiten der Website werden "on the fly" generiert, indem die Textinhalte aus der Datenbank extrahiert und mit Hilfe von Präsentations-"Skeletten" formatiert werden. Diese Skelette bieten die Funktionalität, die von einer modernen Website erwartet wird, durch eine leichtgewichtige Auszeichnungssprache, die HTML mit einer Reihe von "Schleifen", "Tags" und "Filtern" verbindet, die auf der Projektseite in mehreren Sprachen dokumentiert sind.

Ein Cache-System schließlich ermöglicht es SPIP, redundante Berechnungen zur Generierung von Seiten zu vermeiden: Wenn eine Seite von einem Web-Client angefordert wird, prüft SPIP zunächst, ob sie sich nicht bereits in seinem Cache befindet, um sie ohne Neuberechnungen anzeigen zu lassen. Die Lebensdauer einer Seite im Cache kann in ihrem Präsentations-Skelett konfiguriert werden.

SPIP integriert einen Cache-Mechanismus, Authentifizierung, ein automatisches Installationsmodul sowie eine Verwaltungs- und Elementeingabeschnittstelle.

Benutzer-Sites

SPIP wurde ursprünglich für die Website uzine.net erstellt, dann beschlossen die Macher, es unter der GPL-Lizenz anzubieten. Seit seiner Einführung im Jahr 2001 wurde es auch von Le Monde diplomatique und Vacarme genutzt.

Zu den bekanntesten Nutzerseiten gehören mehrere alternative Presseseiten, wie Le Monde diplomatique und Reporterre.

Versionen

Seit 2001 besteht der "Kern" der Entwickler aus :

ARNO* (Arnaud Martin), Schöpfer von SPIP für die Website uZine 2. Anfänglich Webmaster, Grafiker, "DTP-Designer".
Antoine (Antoine Pitrou), Informatiker. Er trat SPIP wegen seines Interesses an dem Tool und an uZine bei.
Fil (Philippe Rivière), Journalist und Techniker. Nahm SPIP an, um den Bedürfnissen der diplomatischen Welt gerecht zu werden.
ESJ (Emmanuel Saint-James), Lehrer-Forscher, kooptiertes Mitglied der Gründungsgruppe.
Eine aktive, hauptsächlich französische Gemeinschaft entwickelt SPIP permanent weiter im Sinne der Prizipien Kompatibilität und Offenheit.

Zu Beginn des Jahres 2003 wird mit Version 1.6 die mehrsprachige Verwaltungsschnittstelle der Website (bekannt als "private" Schnittstelle) eingeführt. Ein Übersetzerbereich wird eingerichtet, um die Anzahl der automatisch verfügbaren Versionen zu vervielfachen.

Seit Januar 2004 verwaltet Version 1.7 von SPIP mehrsprachige Websites, enthält ein Modul für die Suche und Indexierung von Inhalten und bindet die Inhalte anderer Sites über Syndikation ein. Im Juni wurde eine umstrittene Abspaltung, SPIP-Agora, auf der ADULLACT-Website angekündigt. Sie wurde 2008 offiziell wieder eingestellt.

Im April 2005 wird der Redaktionsbereich der Version 1.8 neu gestaltet, und setzte die von Diala Aschkar im Rahmen ihres Magisterstudiums durchgeführte ergonomische Analyse als Benutzeroberfläche um. Eine wichtige Änderung für Entwickler erblickt mit dieser Version ebenfalls das Licht der Welt: Der Kern von SPIP besteht nun aus einem neuen Compiler, der durch seinen Reichtum das Feld für neue Perspektiven öffnet. Es wird möglich, Skelette mit immer komplexeren Funktionalitäten ohne Rückgriff auf PHP zu bauen.

Die Version 1.9 (1. Juli 2006), die durch eine komplette Neuorganisation der Dateien und den Übergang der Dateiendungen von .php3 zu .php gekennzeichnet ist, bringt viele Änderungen mit sich, von denen einige erst mit den Versionen 1.9.1 und 1.9.2 wirklich abgeschlossen werden. Insbesondere werden ein Plugin-System und Bildbearbeitungsfilter eingeführt. Die standardmäßig gelieferten Skelette sind homogener und folgen den W3C-Standards.

Version 1.9.1 bietet ein System von Vorlagen, ähnlich denen, die in der MediaWiki-Wiki-Syntax existieren, und verwendet AJAX im Redaktionsbereich.

Version 1.9.2 schließt die Reorganisation der Verzeichnisse ab, so dass ein einzige SPIP-Instanz alle Benutzer eines Webhoster bedienen kann. Sie ist mit der JQuery-Bibliothek angereichert und integriert einen eigenen XML-Validator. Ein Übersetzungshilfe-Tool vervollständigt komplettiert die Neuheiten.

Version 2.0 entwickelt das Publikationssystem zur Entwicklungsplattform. Insbesondere wird SPIP dank einer spezifischen einheitlichen Schnittstelle auf mehreren verschiedenen SQL-Servern nutzbar. Es führt ein sogenanntes CVT-Modell (Load, Check, Process) ein, das es ermöglicht, Formulare einfacher zu schreiben, teils in AJAX. In der gleichen Weise, wie die Site der Öffentlichkeit präsentiert wird, kann der Verwaltungsbereich der Site neu definiert und personalisiert werden, insbesondere unter Verwendung der Skelett-Sprache von SPIP.

Die Version 2.1 bietet ein System von Erweiterungen (Plugins, die nicht über die private Schnittstelle deaktiviert werden können) und überträgt bestimmte Funktionalitäten des SPIP-Kernels in Erweiterungen. Damit ist der Weg frei, hochgradig anpassbare Distributionen der Software anzubieten.

Version 3.0 wird am 19. Mai 201213 veröffentlicht und schließt die Modularisierung der Software in Plugins ab, die mit SPIP 2 begonnen hatte. Alle von SPIP 2 angebotenen Funktionalitäten basieren jetzt auf einem SPIP 3-Kernel mit 23 Plugins. Mit der Isolierung des Kernels werden seine APIs und Einstiegspunkte für Plugin-Entwickler vervollständigt. Darüber hinaus wird der Redaktions- und Konfigurationsbereich von SPIP in Skeletten kodiert, die auf den Werkzeugen und Funktionen der Skelett-Sprache von SPIP beruhen. Diese Überarbeitung des Redaktionsbereichs ist eine Gelegenheit, die Funktionsweise der redaktionellen Objekte zu überdenken und ihre Nutzung zu standardisieren, um sie so allgemein wie möglich zu gestalten. Die Erstellung neuer redaktioneller Objekte und die Personalisierung bestehender Objekte wird dadurch wesentlich einfacher und schneller. SPIP 3 führt eine neue DATA-Schleife ein, die es endlich ermöglicht, jede Art von Daten und nicht mehr nur über SQL-Tabellen abzufragen.

Version 3.1 wird am 9. Januar 2016 veröffentlicht. Sie bietet Aktualisierungen der Javascript-Bibliotheken, Standard-CSS-Stile, Verbesserungen im Redaktionsbereich, neue Tools für die ENtwicklung von Skeletten, verbesserte Leistung und verbessertes Schreiben von Code.

Version 3.2 wird am 13. Oktober 2017 veröffentlicht. Sie beinhaltet eine Aktualisierung der eingebetteten JavaScript-Bibliotheken, Kompatibilität mit PHP Version 7.1 und verschiedene Verbesserungen wie die Ergonomie des privaten Bereichs oder die Verwaltung von Plugins. MIt Veröffentlichung dieser Version erfolgt eine grafische Neugestaltung der SPIP-Community-Website.

Die Plugins

Seit Einführung von Plugins kann eine SPIP-Website mit wenigen Klicks vollkommen umgestaltet werden. Design- und Layoutvorlagen können als Plugin eingebunden und durch hinzufügen von eigenen Gestaltungen im Verzeichnis /squelettes/ modifiziert werden.

Zusätzliche Funktionen, die das vor 20 Jahren als Redaktions- und Publikationssystem entwickelte SPIP nicht bieten konnte und wollte, sind möglich geworden durch die Aufteilung von SPIP in einen Betrienssystem-ähnlichen "Kernel, der durch zusätzliche Plugins seine nutzbaren Funktionen erhält.

Diese von der SPIP-Community entwickelten und unter der GPL-Lizenz frei zur Verfügung gestellten Module verwirklichen die besonderen Fähigkeiten von SPIP: Verwaltung mehrsprachiger Websites und ihrer Workflows, Einbindung beliebiger Datenquellen, Geolocation- und Telematik-Anwendungen, Analyse-Tools für Datenjournalismus, Webshops, Vereinsverwaltungen, und mittlerweile Angebote für alle möglichen Bedürfnisse von Forschern, Bibiothekaren, politische Aktiven und Freizeitaktivitäten. Die SPIP-Architektur erlaubt die Modifikation aller Fuktionen und Gestaltungen dank eines durchdachten und erprobten Systems von Vererbung, die das Überschreiben von Funktionen, Werten und Gestaltungen erlaubt, ohne den zugrunde liegenden SPIP- oder Plugin-Code zu modifizieren. Mit diesem System wird sicher gestellt, dass Updates keine von Anwendern gestalteten Elemente zerstören und diese keine Sicherheitslücken in SPIP einfügen, so lange sich alle an die einfachen SPIP-Konventionen halten.